> Beesten (Kirchspiel)

Die Geschichte des Kirchspiels Beesten

Kirchspiel und politische Gemeinde Beesten

Der Ort Beesten wird erstmalig um 890 n. Chr. urkundlich in einem Register des Klosters Werden erwähnt. Die politische Gemeinde Beesten hat ihre heutige geographische Form seit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974. Gut 1700 Bürger nennen sich zurzeit „Beestener“. Kirchspiel und politische Gemeinde sind deckungsgleich. Etwa 1500 Einwohner sind römisch-katholisch. Evangelische Mitchristen beteiligen sich am religiösen Leben der ev.-ref. Kirchengemeinden Schapen oder Lünne und der ev. luth. Kirchengemeinde Spelle.


Geschichte der Kirche und der Kirchengemeinde

Die Beestener Kirche war von ihrem Ursprung her nach Erkenntnissen von Historikern eine Eigenkirche der Herren von Beesten. Der letzte residierende Nachfahre der Herren von Beesten, ein von Friemel, verließ zu Anfang des 19. Jahrhunderts nach finanziellem Ruin den Rittersitz an der heutigen Speller Straße. Noch der Vorbesitzer, ein Freiherr von Altenbockum, ist im Jahre 1802 aufgrund eines alten Erbbegräbnisrechtes auf dem Chor in der Kirche beigesetzt worden. Zu Zeiten der Eigenkirche hat der Adelhof wohl in der Nähe der Kirche gelegen. (Quelle. „Rittersitze des Emslandes“)

Um etwa 1200 kam es nach Vereinigung des Ortes Beesten und der Bauernschaften Schardingen und Talge-Wilsten zur Bildung des Kirchspiels Beesten. Wilsten soll früher zu Lünne und Talge zu Thuine gehört haben. Noch im Jahre 1852 begründet Pfarrer Konermann in einem Schreiben an Weihbischof Lüpke seinen Antrag auf Benedizierung einer Kapelle in Talge mit einer mündlichen Überlieferung von einer früheren „Pfarrkirche zu Talge“. (Quelle: Pfarrarchiv Beesten, C.-001-08; siehe auch Schriever „Geschichte des Kreises Lingen“)

Die St. Servatius-Kirche war anfangs eine kleine romanische Kirche in üblicher Ost-West-Ausrichtung. Nach einer Gotisierung vor 1500 (letztes Relikt: linkes Chorfenster im alten Kirchenschiff/Dreipassmaßwerk) kam es in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer erheblichen Vergrößerung in Ost- und Südrichtung. Zwei Sterngewölbe, ein Chor mit sehr schönem polygonalem Gewölbe und gotische Fenster mit Fischblasenmaßwerkbezeugen bezeugen noch heute diese Baumaßnahme.

Unter dem Grafen von Tecklenburg gehörten die Beestener schon um 1540 zwangsweise für etwa 10 Jahre der protestantischen Religion an. Wegen Teilnahme Konrads am Schmalkaldischen Bund entzog der Kaiser dem Grafen 1546 die Grafschaft Lingen. Anschließend wurden unter dem Grafen von Büren die früheren religiösen Verhältnisse wieder hergestellt.

Die niederländischen Oranier unternahmen ab Ende des 16. Jahrhunderts mehrere Versuche, das calvinistische Bekenntnis als Staatsreligion einzuführen. In diesem Zusammenhang kam es zur zeitweiligen Schließung der Kirche und zur Übernahme durch wenige reformierte Bewohner. Ab 1674 wurde die Ausübung der katholischen Religion auf dem Gebiet der Grafschaft Lingen völlig untersagt. Die Beestener Katholiken folgten ihrem des Landes verwiesenen Geistlichen in das münsterländische Rüschendorf bei Hopsten und errichteten dort auf dem Hof des Bauern Luster eine Notkirche. Luster war der Kirche in Beesten seit alter Zeit abgabepflichtig. Die beschwerliche Notkirchenzeit im damaligen Ausland endete noch nicht mit der Übernahme der Grafschaft Lingen durch die Preußen im Jahre 1702. Erst nach vielen erfolglosen Bemühungen durften die Katholiken ab 1718 im Ort in Privathäusern Gottesdienst abhalten, was in Beesten auf dem Adelhof und auf dem Hof Sundermann geschah. 1729 erbauten die Beestener Katholiken auf der Poggerie mit Genehmigung des Vincke auf dessen Hof (heute Lonnemenn) eine Notkirche.

In hannoverscher Zeit kam es im Jahre 1825 zur Mitbenutzung der alten Dorfkirche durch die Katholiken im Rahmen eines Simultaneums, das noch bis 1857 bestand. Aus der Simultanzeit stammt der beeindruckende Hochaltar im Empire-Stil. Er ist von Beestener Kunsttischlern unter der Leitung von Tischlermeister Tönjes in den Jahren 1826 bis 1829 gefertigt worden.

Im Jahre 1857 wurde das Simultanverhältnis zu Gunsten der Beestener Katholiken gelöst. Die reformierten Beestener errichteten mit den Lünner Glaubensgenossen in Plantlünne eine eigene kleine Kirche.

Die größer werdende, fast ausschließlich katholische, Beestener Gemeinde benötigte bald mehr Kirchenraum. Unter Pfarrer Schmitz ließ die Pfarre 1874 den alten, nicht mehr mittig zum Kirchenschiff stehenden Turm aus dem Mittelalter abreißen. An gleicher Stelle baute man ein weiteres Gewölbe in Westrichtung an das Kirchenschiff an und setzte einen massiven 50 Meter hohen Turm als Abschluss davor.

  

Pfarrsiegel vor und nach 1874

Im Jahre 1897 traf die Kirchengemeinde ein herber Schlag in Form eines Blitzschadens. Der Turmhelm brannte ab und das Turmvierkant aus. Alle Glocken gingen dabei zu Bruch, darunter zwei Glocken mit anerkannt hoher Klangqualität aus dem 16. Jahrhundert.

Eine weitere große Kirchenerweiterung wurde in den 1930er Jahren ob der gewachsenen Einwohnerzahl und des religiösen Eifers erforderlich. Nach intensiven Überlegungen und Planungen entschloss sich die Kirchengemeinde zum Durchbruch der ältesten Kirchenwand, der Nordwand, in drei Jochen, um die bis dahin einschiffige Kirche in eine dreischiffige mit anschließendem Chor und zwei Sakristeianbauten in Nordrichtung umzugestalten. Es blieb bei einem oberen Abschluss in Gewölbeform, jedoch in schlichter Ausführung.


Blick auf den Hochaltar um 1960 nach einer Renovierung

Letzte große bauliche Maßnahmen gab es in den 1980er Jahren. Im Jahre 1980 zunächst eine Renovierung des Kircheninneren. Dabei wurden auch die Vorstellungen des 2. Vatikanischen Konzils entsprechend verwirklicht. Ein Sturmschaden im Jahre 1986 führte schließlich noch zur Totalrenovierung des inzwischen über 100-jährigen Kirchturms, die im Jahre 1990 abgeschlossen wurde.



Neuigkeiten aus dem Bistum Osnabrück

Bistum Osnabrück: Neue Ansprechpersonen für die Presse
Zum 1. Oktober gibt es beim Bistum Osnabrück neue Ansprechpartner für Presseanfragen: Kai Mennigmann und Thomas Arzner übernehmen die Aufgabe von Hermann Haarmann (65), der nach mehr als 34 Jahren in der Funktion des Pressereferenten und -sprechers für Bischof und Bistum Ende September in den Ruhestand geht. Der bisherige Leiter der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, […]

Bistümer richten gemeinsame Missbrauchs-Kommission ein
Die drei Bistümer der Metropolie Hamburg, zu der neben dem Erzbistum Hamburg die Bistümer Hildesheim und Osnabrück gehören, wollen die Aufklärung und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch künftig gemeinsam weiter vorantreiben. Dazu wird jetzt die Umsetzung der gemeinsamen "Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in […]

Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus
Im Bistum Osnabrück sind seit Mai unter Auflagen wieder öffentliche Gottesdienste möglich. Detaillierte Infos dazu und zu weiteren Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gibt es hier. Außerdem finden Sie auf dieser Seite eine Handreichung zu Feiern in der Advents- und Weihnachtszeit unter Corona-Bedingungen.

Bistum Osnabrück, Bistum Hildesheim und Offizialat Vechta geben gemeinsam entwickelte "Qualitätskriterien von Schulpastoral" heraus!


Gelobt sei die Schöpfung
Die Lage ist ernst: Gottes Schöpfung, unsere Erde, ist bedroht - und das schon viel zu lange. Papst Franziskus ruft immer wieder dazu auf, einen sensibleren und nachhaltigeren Umgang mit der Erde einzuüben. Wie kann das gehen? Tipps gibt's hier!

Generalvikar Beckwermert im Videointerview
Was macht er nach dem Aufwachen als erstes, was nimmt er mit auf eine einsame Insel und was sagt er, wenn Papst Franziskus anruft? Diese und weitere Fragen beantwortet Ulrich Beckwermert, neuer Generalvikar im Bistum Osnabrück, hier im Video - spontan, ungeschnitten und sehr persönlich. Wer außerdem noch Generalvikar Beckwermerts Lieblingsort im Bistum Osnabrück sehen will, sollte sich den Film anschauen!

Generalvikar Ulrich Beckwermert
Als Generalvikar ist Ulrich Beckwermert seit dem 20. September 2020 Stellvertreter von Bischof Franz-Josef Bode und Leiter des Bischöflichen Generalvikariates.

Die andere Seite des Teppichs
Eine Geschichte über einen Teppichknüpfer bringt Weihbischof Johannes Wübbe ins Nachdenken über die Kirche. Von seinen Begegnungen bei der Visitation und der Frage, wie es Kirche gelingt, Veränderungen zuzulassen, erzählt er hier.

Auf in den Weinberg
Der Weinbergsbesitzer heuert den ganzen Tag über Menschen an, die für ihn arbeiten - und er zahlt jedem gleich viel, egal ob acht oder nur eine Stunde geschuftet wurde. Ist das fair? Diese Frage versucht Pastor Michael Lier im aktuellen Bibelfenster zu klären.

Vor dem schwarzen Vorhang
Eine alte Frau sitzt in einer Kutsche, der schwarze Vorhang schirmt sie von einem Konvoi aus Gauklern, Kindern, Alten, Frauen und Männern ab. So beginnt die Geschichte von Michael Ende, die Generalvikar Theo Paul in seinem Blogbeitrag aufgreift - für ihn ist die Szene der Anfang einer Suche nach Gott.

Deutschlands dienstältester Generalvikar übergibt sein Amt
Nach fast 24 Jahren wird der dienstälteste Generalvikar Deutschlands, Theo Paul, am kommenden Sonntag (20. September) aus seinem Amt verabschiedet. Die Feier mit geladenen Gästen findet während eines Gottesdienstes mit Bischof Franz-Josef Bode um 15 Uhr im Dom St. Petrus in Osnabrück statt. Der Gottesdienst wird im Internet unter www.bistum-osnabrueck.de per Livestream übertragen. Er ist […]

In Beziehung mit Gott
Mit Gott ist man nie allein - das kann tröstlich, aber auch herausfordernd sein. Bibelfenster-Autor Roberto Piani widmet sich in diesem Text der Frage, wie Christen die Beziehung zu Gott empfinden und pflegen können.
Die Website verwendet Cookies von Drittanbietern