> Beesten (St. Servatius)

Servatius von Tongern


Servatius von Tongern wurde vermutlich Anfang des 4. Jahrhunderts als Sohn jüdischer Eltern in Armenien geboren und entstammte der Heiligen Sippe. Etwa ab dem 13. Jhd. wird er als Enkel der Emeria, der Schwester von Anna, der Großmutter Jesu bezeichnet. Gestorben ist er als Bischof von Tongern am 13. Mai 384 in Maastricht in den Niederlanden. Servatius ist der erste dort bezeugte Bischof.
Die katholische Kirche feiert seinen Gedenktag am 13. Mai. Der Name Servatius bedeutet: der Gesalbte (latein).

Servatius wird allgemein mit dem Mitte des 4. Jhd. als Teilnehmer mehrerer Konzilien erwähnten Servatius/Sarbatios/Aravatius identifiziert. Demnach war er ein Hauptgegner der Lehre des Arianismus; Teilnehmer der Synoden von Sardica - den heutigen Sofia - im Jahr 343, Köln im Jhar 346 und 348, sowie Rimini 359. Eine Gesandtschaft zu Kaiser Konstantin 350 zeigt die Kirchenpolitische Bedeutung von Servatius.
Ein Engel soll Servatius von Jerusalem nach Tongern geführt und ihm dann Ring und Stab des bereits seit 7 Jahren verstorbenen hl. Valentinus, die auf den Altar bereitlagen, überreicht und ihn damit zum Bischof geweiht haben. Zahlreiche Heilungen und Wunder werden von ihm berichtet. Als er predigte, erfüllte ihn der Geist und alle verstanden ihn in ihrer Muttersprache. Sobald er aber weltlichen Dingen zugewandt war, benötgte er einen Dolmetscher.
Das ihm zugedachte Attribut des Adlers ist wohl auf folgende Überlieferungen zurückzuführen: Ein Adler soll den am Wegesrand eingeschlafenen bischhöflichen Pilger mit seinen Flügeln vor den heißen Sonnenstrahlen beschattet und geschützt haben. Nach anderer Quelle soll der Adler sogar den Heiligen mit Steinwürfen gegen die unter Attila einfallenden Hunnen abgewehrt haben, worauf sich Attila bekehrte.
Legenden erzählen, er sei mit einem Holzschuh erschlagen worden, andere berichten, dass Servatius seinen Tod vorausfühlend nach Maastricht ging, da er dort begraben werden wollte. Tatsächlich ist sein Grab in Maastricht, vor den damaligen Mauern der Stadt, an der Straße nach Köln. Bei dem in der Sint-Servaaskerk in Maastricht begrabenen Servatius handelt es sich wahrscheinlich um den späteren Servatius.
Während seiner 3. und letzten Reise nach Rom und einem Besuch am Grab von Petrus erschien ihm dieser und reichte ihm einen silbernen Schlüssel, mit dem er allen, die darum bitten, das ewige Leben aufschließen möge. Petrus soll ihm ebenfalls den Hunneneinfall vorhergesagt haben, woraufhin Servatius zurückreiste, die Bürger von Tongern warnte und den Bischhofssitz nach Maastricht verlegte.Als dann die Hunnen um 406 wirklich mordend und brandschatzend durch die Regionen zogen wurde Maastricht verschont.

Gregor von Tours ist die älteste Quelle für das Leben und die Überlieferung mancher Legenden um den hl. Servatius. Nach dem Vandaleneinfall, den Servatius profhezeit hatte, nahm seine Verehrung in ganz Westeuropa großen Aufschwung. Sein Grab war schon im 5. Jhd. Wallfahrtsort und wurde einer der bedeutensten des Mittelalters.Für das Jahr 1496 sind über 100.000 Pilger als Teilnehmer am Servatius-Fest bezeugt.  Zu der Zeit enstanden mehrere bedeutende Texte, die auf eine lateinische  Fassung, der "Vita sancti Sarvatii" zurückgehen.Diese und eine zweite Schrift, die "Gesta sancti Servatii", dienten Heinrich von Veldeke zu Verfassen seiner mittelniederländischen Verslegende "Sente Servas".
Die Servatius-Kirche in Maastricht ist die älteste Kirche der Niederlande und dort die einzige über dem Grab eines Heiligen. Seit 1829 findet die Wallfahrt wieder im Sieben-Jahres-Rhytmus statt. Dabei werden sein Brustkreuz, seine Abendmahlsgefäße und der Goldschrein mit seinen Gebeinen in der Prozession mitgeführt.

Dem hl. Servatius sind neben der bereits erwähnten Sint Servaaskerk in Maastricht noch viele andere Kirchen geweiht:
Sint-Sevatiuskerk in Dinther, NL
Sint-Servaasbasiliek in Grimmbergen, B
Pfarrkirche Liesing in Wien, A
in Deutschland:
St. Servatius Duderstadt
Servatiuskirche Erfurt
St. Sevatius Kirche Lennestadt
St. Servatii münster
Stiftskirche St Servatius Quedlinburg
St. Servatius Rösrath-Hoffnunsfthal
Pfarrkirche St Servatus Ruppichterort
St. Servatius Selent

Attribute mit denen der Heilige dargestellt wird: Bischofsstab,Holzschuh, Schlüssel, Adler, Drache zu seine Füßen als Symbol seines Kampfes gegen die arianische Ketzerei

Er ist Patron der Lahmen, der Schlosser und Tischler, gegen Frostschäden, gegen Mäuse und Rattenplagen. Seine Fürbitte ist wirksam bei Rheumatismus, Fieber, Todesfurcht.

Um den Namen des Heiligen ranken sich viele Bauernregeln. Er gehört zusammen mit den Heilen Mamertus ( 11. 5.), Pankratius (12. 5.), Bonifatius (14. 5.) und Sophie (15. 5.) zu den Eisheiligen:
Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
Vor Servati keinen Sommer, nach Servati keinen Frost.
War vor Servatius kein warmes Wetter, wird es nun von Tag zu Tag netter.
Servatius Mund der Ostwind ist, hat schon maches Bllümchen totgeküsst.
Pankratz und Servatz sin zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören si wieder.
Mamertus, Pankratius und Servatius stehn für Kälte und Verdruss.
Ehe nicht pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der mai.
Nach Servatz findet der Frost keinen Platz
Pankratzi, Servatzi, Bonifazi sind drei frostge Bazi, und am Schluss fehlt nie die kalte Sophie.

Quellen für den erstellten Text:
Melchers; Das Große Buch der Heiligen; Borromäusverein Bonn 1978, S. 289
Ökomenisches Heiligenlexikon, Servatius von Tongern
Wikipedia, Servatius von Tongern



St. Servatius



In der Urkunde über die Aufstellung und Einweihung der St. Servatius-Figur  auf dem Kirchenvorplatz heißt es:

    "Am 10. Oktober1993, als Johannes Paul II. Papst der römisch-katholischen Kirche war, als Richard Weizäcker Bundespräsident und Helmut Kohl Bundeskanzler des seit 1990 wiedervereinigten Deutschlands waren, als Dr. Ludwig Averkamp Bischof von Osnabrück war, als Josef Meiners Landrat und Hermann Bröring Oberkreisdirektor des Landkreises Emsland waren, als Gerhard Burchert Pfarrer, Karl Pengemann Bürgermeister von Beesten und Heinrich Schulte Hauptlehrer der Grundschule Beesten waren, Als Reinhard Bruland, Ewald Budde, Werner Dunker, Josef Harlacher, Berthold Middelhove, Gregor Snaadt und Hedwig Spieker Kirchenvorsteher und Hubert Meiners Ortsvorsitzender des Gemeinderates waren, da weihte Pfarrer Gerhard Burchert in Gegenwart der Gemeinde und des Bildhauers Paul Brandenburg aus Berlin feierlich diese St. Servatius-Figur ein.
    Die St. Servatius-Figur hatte eine Vorgängerin. Sie war aus Holz geschnitzt. Leider hatte der Wurm sie so zerfressen, daß sie zu Staub zerfiel. Woher diese Figur stammte und wann sie entstand, wußte niemand. Bis 1957 hatte die alte St. Servatius-Figur ihren Stand hinten in der Kirche.
    Durch eine gute Fügung spendete die Landjugend Beesten unter ihrem Vorsitzenden Ludger Garmann der Kirchengemeinde einen hohen Betrag für eine Heiligenfigur. In Gesprächen mit den zuständigen Personen und Gremien entschieden wir uns, eine neue St. Servatius-Figur erstellen zu lassen. Der Bildhauer Paul Brandenburg aus Berlin wurde beauftragt aus Ibbenbürener Sandstein eine lebensgroße Statue zu gestalten. In der Steinmetzwerkstatt Gebr. Paetzke, Riesenbeck, die den Sockel für die Figur lieferte, formte und meißelte der Bildhauer Brandenburg kunstvoll aus einem Block das Standbild des Bischofs Servatius. Bodenverbunden und doch dynamisch streut der große Verkünder Gottes Wort aus.
    Die neue Figur steht zwischen dem Kirchturm und der Hauptstraße und prägt so den Mittelpunkt unseres Dorfes. Die Landjugend und das Landvolk richteten den Standort nach einem Plan des Architekten Josef Thelink her. Wir freuen uns sehr über diese neue St. Servatius-Figur, die auch eine Frucht unserer 1100 Jahrfeier im Jahre 1992 ist.
Möge Gott auf die Fürbitte des hl. Servatius, unseres Schutz- und Pfarrpatrons diese unsere Gemeinde und alle Besucher segnen uind behüten!
Heiliger Bischof Servatius, Pfarrpatron, bitte für uns.
Beesten, den 10. Oktober 1993"


Neuigkeiten aus dem Bistum Osnabrück

Gott sieht nicht auf die Person
Bereits die Apostelgeschichte berichtet davon, welche Herausforderungen die ersten Christus-Anhänger*innen gemeistert und welche Vision sie gehabt haben. Die Erkenntnis von damals kann uns auch heute den Weg weisen, findet Bibelfensterautorin Inga Schmitt, denn damals wie heute gilt: Gott ist jede*r willkommen, der/die das eigene Leben nach ihm/ihr ausrichtet und in Gottes Sinne tut, was recht ist.

Segen im Überschwang
Rund um den 10. Mai wird in unserem Land gesegnet! Wir tun das immer in unseren Gottesdiensten, aber in diesen Tagen noch mehr als sonst. Nun ist manchen mulmig bei dieser Segensaktion, weil sie unter dem #liebegewinnt initiiert wurde und beworben wird.

Digital und dezentral
Bischof Franz-Josef Bode und der evangelisch-lutherische Regionalbischof Friedrich Selter laden zum 3. Ökumenischen Kirchentag am heimischen Bildschirm ein: Das Programm besteht aus Bibelarbeiten, Gottesdiensten, Podiumsdiskussionen, Workshops und einem großen Kulturprogramm.

Schaut hin! Seid dabei - beim Ökumenischen Kirchentag
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Die Liebe steht im Mittelpunkt
Liebende sind eingeladen, sich in verschiedenen Kirchen im Bistum Osnabrück segnen zu lassen. Dazu werden am Montag, 10. Mai oder schon am Wochenende zuvor, eigene Gottesdienste angeboten. In den Feiern soll die Liebe zwischen den Menschen und zu Gott im Mittelpunkt stehen.

Mein Leben in der Pandemie
"Es fällt doch wegen Corona so viel aus, jetzt wirst du doch endlich mal Zeit für dich finden." So höre ich oft Leute sagen, die sich nach meinem Befinden erkundigen. Tatsächlich, sehr viele Termine fallen aus, und die Kilometer an Autofahrten sind gering geworden. Dennoch stellt sich - wie wohl bei den meisten Menschen - keine Muße ein und erst recht keine Ruhe.

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Die Universität Osnabrück erstellt in den kommenden drei Jahren eine Studie zu sexualisierter Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im kirchlichen Raum im Bistum Osnabrück. Das Bistum stellt der Universität 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Projektbeginn ist voraussichtlich am 1. August 2021.

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Am 1. Mai, dem "Tag der Arbeit", stehen die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Mittelpunkt. Im Interview erklärt Frederick Heidenreich vom KAB-Diözesanverband Osnabrück, warum der Feiertag auch für Christen eine Bedeutung haben sollte, ob das Thema Werksverträge und Leiharbeit gut gesetzlich geregelt ist und wie die KAB in Corona-Zeiten den Beschäftigten hilft.

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Auf dem Markt herrscht gute Laune, ein buntes Treiben in entspannter, ruhiger Atmosphäre. Viele kommen und gehen mit ihren Rucksäcken und Taschen, aus denen Lauchstangen, Früchte, Kräuter und Blumen herausquillen. Sie genießen sichtlich ihren Marktbesuch. Ich erzähle davon, weil mich eine Begebenheit besonders berührt hat.

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Die Universität Osnabrück erstellt eine historische und juristische Studie zur sexualisierten Gewalt im kirchlichen Raum. Sie leistet damit einen unabhängigen wissenschaftlichen Beitrag zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bistum Osnabrück.
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