Aus der Geschichte des Pastor-Dall-Hauses


Aus der Geschichte des Pastor-Dall-Hauses

(von Georg Sunder)

 

Vielen Gemeindemitgliedern dürfte es nicht bekannt sein, dass das Pastor-Dall-Haus einst Wohnung des Pastors war.

Da die bestehende Pfarrhauswohnung baufällig war, beschloss die Gemeinde, ein neues Pfarrhaus zu bauen. Der Maurer- und Zimmermeister Gerhard Vocks fertigte die Pläne und verfasste im Oktober 1885 einen Erläuterungsbericht.

Hierin heißt es: „....Die Einrichtung der Pfarrwohnung ist angenommen, dass 1 Geistlicher mit, - wenn nöthig - , 2 Hülfsgeistlichen darin genügend Platz haben, und außerdem ein Wartezimmer, Salon mit Schlafzimmer, Küche und die nöthigen Zimmer für Dienstvolk enthält.

Am Pfarrhaus befindet sich eine Stallung, welche vom Pfarrhause aus zugänglich ist, in welcher an Stallung, Diele und Bodenraum, der Pfarre entsprechend, genügend Platz ist...“

 

Zum Kirchspiel Thuine gehörten damals noch Suttrup-Lohe und Brümsel.

 

Der Kostenanschlag des Gerhard Vocks vom Dezember 1885 endet mit 15 100,- Mark für alle Gewerke. Der Regierungspräsident zu Osnabrück, der Bischof von Osnabrück und der Landrat von Lingen gaben im Februar bzw. März 1886 ihre Zustimmung zum Neubau. Die Mauerarbeiten wurden an Gerhard Vocks, die Zimmerarbeiten an B. Hegemann vergeben.

 

Zur Bauzeit (1886 – 1887) war Heinrich Tegeder als Pfarrverweser in Thuine tätig. Ob er das Haus noch bezog, ist nicht bekannt. Sein Nachfolger, Pfarrer Ferdinand Siebenbürgen, der von 1888 bis 1896 in Thuine war, hatte sich jedenfalls mit Baumängeln herumzuplagen. So war zum Beispiel der Keller nicht dicht, und im Stall war nur Platz für 2 Kühe. Der Kirchenvorstand war offensichtlich mit der Wahrnehmung der Bauleitung überfordert. Der Bischof schaltete den Osnabrücker Baumeister Behnes zur endgültigen Abwicklung des Neubaues ein.

 

1892 erstellte Gerhard Vocks einen Kostenanschlag zur Verlängerung des Stallgebäudes. Zur Ausführung ist es wohl nicht gekommen. Es hat aber einen Schuppen gegeben, der der Brennstofflagerung diente.

 

Auf Pfarrer Siebenbürgen folgte Pfarrer Heinrich Einspanier (1897 – 1909). In dieser Zeit wurde der Pfarrgarten angelegt unter Leitung eines Gartenbauarchitekten aus Aschendorf.

 

Von 1909 – 1939 war Heinrich Lietemeyer Thuiner Pfarrer. Er war der letzte, der noch eine Kuh hatte.

Im Jahre 1930 wurde das Pfarrhaus an das Stromnetz der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) angeschlossen. Die Küche erhielt sogar einen elektrischen Tischherd mit einer Leistung von 2000 Watt.

 

1939 zog Pfarrer Heinrich Hinrichs ein. Während des Krieges und danach konnten nur die notwendigsten Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Das Haus musste noch mehrere aus der Heimat vertriebene oder geflüchtete Personen aufnehmen.

 

Nach dem Tode von Dechant Hinrichs (15.02.1962) wurden besonders im Stallbereich, der als solcher nicht mehr benötigt wurde, bauliche Veränderungen vorgenommen. So wurde eine Ölheizung eingebaut und eine Garage angelegt.

 

Unter Pfarrer Clemens Möllerhaus (1962 – 1970) bzw. Hubert Peterek (1970 – 1973) erfolgte eine Umnutzung einiger Räume. Im Hause wohnten nur noch 2 Personen, und so wurde aus Pastors Küche, dem jetzigen Kaminzimmer, ein Seelsorgeraum. Der daneben liegende Aufenthaltsraum der Haushälterin diente nun Vorstandsversammlungen. 1970 wurden umfangreiche Unterhaltungsmaßnahmen vorgenommen.

 

Anfang November 1973 zog Pfarrer Paul Biedendieck mit seiner Haushälterin, Frau Klara Dingwerth, ein. Es wurde zunächst überlegt, noch weitere Räume für die Gemeindearbeit zu nutzen und ein kleines Gemeindehaus anzubauen. Unter Mitwirkung von Diözesanbaurat A. Feldwisch-Drentrup kam man jedoch zu der Überzeugung, dass es zweckmäßiger sei, ein neues Pfarrhaus zu errichten und das alte Haus ganz der Gemeindearbeit zu widmen.

 

Am 29. Januar 1974 beschloss der Kirchenvorstand, ein neues Pfarrhaus zu bauen. Das alte Pfarrhaus sollte ohne wesentliche Veränderungen als Gemeindehaus dienen.  Der „rückwärtige Anbau“ sollte wegen der hohen Unterhaltungskosten abgebrochen werden. Hierzu ist es jedoch nicht gekommen.

 

Das neue Pfarrhaus wurde noch 1974 erbaut, und am 22.06.1975 konnte das neu gestaltete Gemeindehaus eingeweiht werden.

Zum Gedenken an Gerhard Dall, dem Gründer des St.-Georg-Stiftes, der von 1827 bis 1874 Pfarrer von Thuine war, erhielt das Haus die Bezeichnung „Pastor-Dall-Haus“.

In dem nicht abgebrochenen Teil wurden Toiletten eingebaut und ein Discoraum eingerichtet. Für Pastors Auto musste 1975 eine Betongarage beschafft werden.

Im Jahre 1980 wurde das Dach des Pastor-Dall-Hauses neu eingedeckt, die Räume im Dachgeschoss erhielten Holzvertäfelungen und wurden mit Wärmedämmung versehen.

Verschiedene Nutzungsänderungen und Erhaltungsmaßnahmen sind seitdem noch erfolgt.

            

Pastor-Dall-Haus

 

Findling vor dem Pastor-Dall-Haus

Artikelsuche:
Loading


Neuigkeiten aus dem Bistum Osnabrück

Leas Vlog

Am 24. September ist Bundestagswahl, das ist schon jetzt kaum zu übersehen ... Lasst euch nicht nerven von dem ganzen Wahlkampfgetöse - setzt ein Zeichen für Menschlichkeit und macht euer Kreuz für Toleranz, Solidarität und Vielfalt!

Der Beitrag Leas Vlog erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Grenzen überwinden

Auch Jesus tat sich von Zeit zu Zeit schwer, Grenzen zu überschreiten. Eine Geschichte im Matthäus-Evangelium erzählt von seiner Begegnung mit einer heidnischen Frau. Wie diese Frau Jesus zum Umdenken bewegt und was das Ganze mit Hunden zu tun hat, erklärt Diakon Gerrit Schulte im aktuellen Bibelfenster.

Der Beitrag Grenzen überwinden erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Das Quiz der Heiligen und Schutzpatrone

Den eigenen Namenstag kennen viele. Aber kennen Sie auch den Schutzpatron der Betrunkenen? Testen Sie hier ihr Wissen über Heilige und Schutzpatrone.

Der Beitrag Das Quiz der Heiligen und Schutzpatrone erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Wir schätzen Sie und Ihre Fähigkeiten

Für uns ist jeder Mensch wertvoll! Inklusion und Integration sind für das Bistum nicht nur Wörter. Wir wollen, ähnlich wie Jesus, jedem eine Chance im Rahmen seiner Möglichkeiten bieten. Das Bistum sucht keine Arbeitstiere, sondern Menschen, die uns bereichern. Schauen Sie vorbei!

Der Beitrag Wir schätzen Sie und Ihre Fähigkeiten erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Bei uns ist für jeden was dabei

Die Vielfalt des Arbeitgebers Kirche ist enorm. Ob Arzt, Jurist oder Architekt: Das Bistum vereint viele Berufsmöglichkeiten unter einem Hut, so wie fast kein anderer. Erfahren Sie hier die bunte Welt der Berufsmöglichkeiten im Bistum Osnabrück.

Der Beitrag Bei uns ist für jeden was dabei erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Mit uns kann's los gehen

Der Eintritt in die Berufswelt ist für viele junge Menschen ein Wagnis und Abenteuer. Das Bistum ist bemüht, jedem jungen Menschen individuelle Möglichkeiten zur Entfaltung zu schaffen und sich neue Wege zu eröffnen. Wenn Sie interessiert sind, klicken Sie hier.

Der Beitrag Mit uns kann’s los gehen erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Mit uns geht's weiter

Wie Rudolf von Bennigsen-Foerder treffend formulierte: "Stillstand ist Rückschritt". An diese Philosophie glaubt das Bistum und versucht den Mitarbeitern eine individuelle Entwicklung zu ermöglichen. Was das beinhaltet, erfahren Sie hier.

Der Beitrag Mit uns geht’s weiter erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Wir geben unser Bestes für Sie

Eine der besten tariflich geregelten Vergütungen im sozialen Bereich, eine betriebliche Altersvorsorge und eine starke Gemeinschaft - das alles erwartet Sie beim Bistum. Der einzelne Mensch steht dabei immer im Mittelpunkt. Wir laden Sie ein, sich das einmal genauer anzusehen.

Der Beitrag Wir geben unser Bestes für Sie erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Bei uns sind Leben und Arbeit in Balance

Christliche Werte wie Nächstenliebe und Fürsorge sind auch dem Bistum als Arbeitgeber nicht fremd. In schwierigen Situationen oder ungeahnten Herausforderungen steht das Bistum helfend zur Seite. Welche Unterstützungsmöglichkeiten geboten werden, können Sie hier entdecken.

Der Beitrag Bei uns sind Leben und Arbeit in Balance erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Arbeiten beim Bistum Osnabrück

Als Arbeitgeber bietet die katholische Kirche viele Beschäftigungsmöglichkeiten: von der Seelsorge und Sozialarbeit über Bildung, Erziehung, Beratung und Pflege bis hin zu Verwaltung, Kultur und Medien. Klicken Sie hier, um die Vielfalt des Arbeitgebers Kirche zu entdecken.

Der Beitrag Arbeiten beim Bistum Osnabrück erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Freiwillige Dienste

"Alltagshelden" sind Menschen, die sich freiwillig im Ausland oder Inland für andere Menschen einsetzen und ihnen helfen. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD) sind vielleicht die populärsten. Welche Einsatzgebiete und Dienste es noch gibt, können Sie hier nachschauen.

Der Beitrag Freiwillige Dienste erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.


Bildung und Verwaltung

Um die pastoralen, pflegerischen und noch viele weitere Berufe zu koordinieren, ist eine Verwaltung nötig. Im Bistum nennt sich das Bischöfliches Generalvikariat. Dort gibt es von Juristen, über EDV-Fachkräfte bis hin zu Lehrern alle möglichen Berufe. Schauen Sie gerne vorbei.

Der Beitrag Bildung und Verwaltung erschien zuerst auf Bistum Osnabrück.